Wilde Wasser, steile Felsen – mit dem Nostalgiezug in den Nationalpark Gesäuse

von Nikolaus Nenning.

Grüne Wiesen, bunte Blumen und schneeweiße Berge – das ist der Nationalpark Gesäuse im Mai 2017. Anfang des Monats hat es in den höheren Lagen der Alpen nochmals ordentlich geschneit. Diese Kombination aus dem farbenfrohen Frühling und den Resten des kalten Winters kann nur selten beobachtet werden. Am 6.5. war das der Fall und über 300 Ausflügler machten sich auf zu einer nostalgischen Schienenreise zwischen schroffen Felsen und azurblauen Wildbächen. Und mittendrin ein paar Freunde und ich.

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Von Vöcklabruck über Linz und Amstetten an der Westbahn sammelte der Sonderzug der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, kurz ÖGEG, die Fahrgäste zum Tagesausflug ins Gesäuse zusammen. Für viele war dieser Morgen trotz ungetrübtem Sonnenschein leider nicht wie erwartet: Anstatt der angekündigten Dampflok, hing eine E-Lok am Zug. Von Kohle und Dampf leider keine Spur.

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Die nostalgischen zwei- und vierachsigen Waggons waren ab Linz bereits gut gefüllt. Familien, Gruppen von Freunden und Ehepaare nutzten den Zug um raus aus der Stadt hinein in die nahezu unberührte Natur des Nationalparks zu kommen. „Eine gute Alternative zum Auto“, wie mir ein mitfahrender Linzer im Kurzgespräch bestätigt. Denn die Straßen sind nur mäßig ausgebaut, die Fahrzeit von Linz für viele zu lange. „Im Zug, da kann man sich bewegen, aufstehen, herumgehen und mal mit anderen quatschen“, meint seine Freundin.

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Von Amstetten aus geht es über die eingleisige Strecke nach Waidhofen an der Ybbs, der „Stadt der Türme“. Dort tauchen wir ein ins hügelige Alpenvorland.

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Ab Hieflau geht es dann durch die wilden Schluchten des Nationalparks Gesäuse bis nach Admont.

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Dort angekommen ist die Qual der Wahl für uns: gehen wir ins weltberühmte Stift Admont und sehen uns die Bücherei an oder fahren wir weiter nach Eisenerz, um einen Blick auf den Erzberg zu erhaschen. Wir entscheiden uns für die zweite Option, während andere Fahrgäste die Bücherei vorziehen.

 

Also nochmals zurück nach Hieflau, dann das Erzbachtal flussaufwärts bis nach Eisenerz. Und ja, es war die richtige Entscheidung: Vor dem mächtigen Anblick des Erzbergs machen wir ein paar Erinnerungsfotos von unserem Ausflug.

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An dieser Stelle war dann auch Zeit, uns mit dem Lokpersonal zu unterhalten und nachzufragen, was mit der Dampflok passiert sei. Leider verhinderte ein technisches Gebrechen in der Früh die Abfahrt der Dampflok. „Die alte Dame feiert nächstes Jahr ihren 80iger. Da darf sie auch mal schwächeln“, meint ein Fahrgast am Bahnsteig. Die E-Lok mit Spitzname „Eumel“ stammt übrigens aus demselben Jahr, 1938, wie mir das Lokpersonal erklärt. Alle Fahrzeuge werden hier übrigens ehrenamtlich und in der Freizeit repariert und erhalten. Ohne diesen Idealismus und die Begeisterung für die Erhaltung historischer Technik, gäbe es weder die Dampf- noch die E-Lok. Dazu kann ich nur eins sagen: Respekt!

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Auf dem Führerstand finden sich allerhand Bedienelemente aus längst vergangener Zeit. Nur der Eistee dürfte nicht ganz so alt sein. 😉

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Gestärkt von Gulasch und Würstel im Speisewaggon treten wir wieder die Heimreise an. Über Selzthal und die Pyhrnbahn geht es zurück nach Linz, wo wir den Zug wieder verlassen.

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Für uns war es ein toller Tagesausflug in einer wunderschönen Landschaft. Der Reisezeitpunkt ist ideal, die ÖGEG fährt diesen Zug meist jährlich. Wer Lust drauf bekommen hat, selbst mal mitzufahren, schaut am besten auf die Website des Vereins: www.oegeg.at

Fotos: Leo Hartinger, Volkhard Süß, Nikolaus Nenning.

 

 

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