Emil auf Reisen – Saisoneröffnung auf der Steyrtalbahn

von Emil, verfasst mit Hilfe von Peter Steininger.

Am vergangenen Montag, dem Staatsfeiertag, war es soweit: Ich löste den Gutschein, den ich von meinem Onkel Peter zum Geburtstag bekommen habe, ein. So ging es am 1. Mai mit meinem Onkel und meiner Tante, sowie mit meiner Mama und Fasi ins Steyrtal zur Saisoneröffnung der Steyrtalbahn!

Also machten wir uns auf den Weg nach Grünburg. Mein Onkel plante um 12 Uhr von Grünburg nach Steyr und um 14 Uhr wieder retour zu fahren, um dann den Kirtag in Steinbach an der Steyr besuchen zu können. Da wir etwas früher am Bahnhof in Grünburg ankamen, hatten wir noch Zeit uns das Areal rund um den Bahnhof mit den alten Loks und Waggons, sowie die alte Ausstattung anzusehen.

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Da wir so schönes Wetter erwischt hatten, blieb ich lieber an der frischen Luft, als mich wartend in das Wartehäuschen zu setzen.
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Ich konnte sogar ein Bild mit einem Techniker machen!

Rund um das Bahnhofsareal sind auf den Schienen auch andere interessante Waggons zu besichtigen. Teilweise schön hergerichtet und neu lackiert, andere warten scheinbar darauf, dass sie an der Reihe sind mit der Restaurierung.

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Nun war es endlich soweit. Ich hörte das Pfeifen einer Dampflok, die sich wohl auf dem Weg Richtung Bahnhof befand. Und siehe da, als wir wieder am Bahnhof retour waren, stand auf einmal eine große Dampflok rauchend und pfeifend vor mir.

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Der Zug, welcher um 10:00 von Steyr wegfuhr, war soeben in Grünburg angekommen. Der vorher so ruhige und nett vor sich dahin schlafende Bahnhof glich auf einmal einem belebten Verkehrsknotenpunkt. Viele Menschen tummelten sich hier, machten sich auf den Weg nach Grünburg oder Steinbach, andere wurden von einem großen Bus abgeholt und wieder andere zückten ihre Kameras und fotografierten die historischen Züge, sowie den Bahnhof und die schöne, umliegende Natur.

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Mein Onkel machte sich gleich auf den Weg zum Fahrdienstleiter, welcher im Wartehaus die Fahrkarten ausgab. Ganz im Retro-Look, passend zu den Zügen und dem Drumherum, waren die Tickets wie aus einer alten, vergessenen Zeit.

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Da wir uns nun einen Platz im Zug aussuchen konnten, machte ich mich gleich einmal auf den Weg. Nach der Inspektion der verschiedenen Waggons, entschied ich mich für einen der innen ganz mit Holz verkleidet war- sogar die Bänke waren aus Holz!! Da mussten die anderen natürlich folgen.

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Ich hatte vor der Abfahrt noch Zeit, mich über die Fahrtstrecke zu informieren.

Nach ein paar Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Die Lok pfiff in immer kürzeren Intervallen und rollte auf einmal los. Ganz gemütlich zuckelte der Zug entlang der Steyr flussabwärts. In Waldneukirchen, Sommerhubermühle, Aschach an der Steyr, Letten, Neuzeug, Pergern, Schloss Rosenegg, sowie in Unterhimmel blieb der Zug immer brav stehen und wartete auf neue Gäste. Wir durchquerten Wälder und Felder, hatten immer den schönen Fluss in Sichtweite und ich konnte die Zugluft direkt bei meinem Sitzplatz spüren. Kurz bevor wir in Aschach ankamen, besuchte uns in unserem Abteil der Schaffner, der die Tickets abzwickte.

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Ich habe natürlich schon darauf gewartet, dem Schaffner die Tickets zu zeigen (da ich noch keine sechs Jahre alt bin, fuhr ich gratis und hatte somit nur vier Tickets zum Herzeigen).

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Auch auf der Strecke konnte man immer wieder Waggons und Loks sichten, wo auch so manche auf ihre Restaurierung warten.

Das Fahren mit der Steyrtalbahn war ein ganz neues Erlebnis für mich. Da ich bisher immer nur mit den normalen Regionalzügen der ÖBB gefahren bin, ist dieses Fahrgefühl nicht zu vergleichen. Die Lok auf der Steyrtalbahn fuhr gemütlich ihre Strecke und man spürte die Unebenheiten des Bodens. Als gäbe es keine Federung wirkten die Schienenschläge direkt auf uns – eine Sitzpolsterung, die das abfedern würde, gab es ja nicht. So muss sich wohl früher auch mein Uropa beim Zugfahren gefühlt haben!

Ich durfte während der Fahrt mit meinem Onkel in den Buffetwagen gehen, um uns etwas zum Trinken zu holen. Um bei diesen Zügen in einen anderen Waggon zu kommen, muss man aus dem Waggon hinaus, und man geht „im Freien“ in den anderen Waggon hinein- dabei kann man beim Übergang den Boden und die Gleise sehen !!!

 

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So schönes Wetter und so gute frische Luft- wenn nicht gerade eine Rauchwolke von der Lok hereinzog.

Da wir mit etwas Verspätung in Grünburg weggefahren sind, sind wir natürlich auch später in Steyr angekommen. Nach so einer interessanten und langen Fahrt machte sich schön langsam Hunger in meinem Magen breit. Da wir nicht viel Zeit hatten, ein Gasthaus zu suchen, fragten wir den Schaffner, wo in der Nähe des Bahnhofs ein Gasthaus sei. Nun gingen wir zügig zum Gasthaus zur Alpe, welches sich nur wenige Meter vom Lokalbahnhof in Steyr entfernt befindet. Dort angekommen, informierten wir uns, was auf der Speisekarte am schnellsten fertig sein würde und bestellten uns dann Grillwürstel und Schnitzel. Die Bedienung im Gasthaus zur Alpe war sehr nett und versicherte uns, noch rechtzeitig den Zug erwischen zu können. Wir bekamen dann auch relativ rasch unser Essen serviert und aßen sehr schnell. Da die Uhr nun bereits 13:58 anzeigte machten wir uns schnell auf den Weg retour zum Bahnhof, in der Hoffnung, dass er auch diesmal verspätet wegfahren wird. Doch so war es dann leider nicht. Gerade als wir am Bahnhof ankamen, hatte sich der Zug schon in Bewegung gesetzt und ist davongedüst…

Enttäuscht den Zug nun doch nicht mehr erwischt zu haben, wussten wir momentan nicht was wir tun sollten. Hinterherlaufen, da der Zug ja „relativ“ langsam durch das Gelände düst? Uns ein Taxi rufen und nach Aschach vorfahren? Oder stehen bleiben und auf ein Wunder warten?

Wir entscheiden uns für Letzteres…. Und siehe da- wir wurden von einem netten aufmerksamen jungen Herrn angesprochen, der die Szenerie beobachtet hat und uns gefragt hat, ob wir denn nach Grünburg wollen? Als wir das bejahten, bot er uns an, mit einer Draisine nachzufahren. Ohne zu überlegen, nahmen wir das Angebot natürlich an. Eine solche Chance auf eine „Privatfahrt“ hatten wir natürlich nicht erwartet. By the way- das wir über unseren Ausflug einen Blog schreiben, verrieten wir erst später- also wir bekamen hier keine Sonderstellung!  😉

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Und das war sie, die Draisine- unser Rücktransportmittel.

So hatten wir auf der Retourfahrt wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Die Draisine hatte für maximal 8 Personen Platz und bot uns ein gewisses Industrie- und Verschiebebahnhof-Feeling. Die Sitze waren wieder aus Holz und der Motor war in der Mitte des Fahrgastraums.

Auf der Rückfahrt hatten wir dann die Möglichkeit, von Volkhard ein paar Informationen rund um die Steyrtalbahn und die ÖGEG zu erfahren.

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Mein Onkel im Gespräch mit Volkhard Süß von der ÖGEG – wo ich natürlich mitlauschte.

 

Die Rückfahrt war dann etwas schneller als die Hinfahrt, wahrscheinlich weil sie weniger Ballast ziehen mussten…

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Scheinbar wurde unsere Ankunft schon von den Fotografen erwartet.

Im Bahnhof Grünburg angekommen, ging es für uns dann in Richtung Steinbach an der Steyr zum Kirtag. Da wir, wie bereits erwähnt, schönes Wetter hatten, wollte ich an der Steyr sogleich einmal die Wassertemperatur testen… Brrrrrr… zu kalt. Aber das Steinplatteln funktionierte trotzdem.

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In Steinbach hat man die Möglichkeit das örtliche Messerer-Museum zu besuchen… Was wir aber nicht taten, da wir uns schon auf den Kirtag freuten. Der Weg hinauf nach Steinbach war ein steiler… aber nachdem wir im Zug meist gesessen sind, war das kein Problem. Am Marktplatz in Steinbach angekommen, konnten wir den Maibaumkraxlern zusehen und leckere, frische Bauernkrapfen essen.

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Im hinteren Teil des Kirtages gab es für uns Kinder eine Hüpfburg und ein Transformer-Karussell, was  ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte.

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Am Rückweg sah ich dann noch dieses riesige Feitl, was mir meine Mutter (aus nicht erklärbaren Gründen) nicht kaufen wollte.

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Von der Kirche in Steinbach genossen wir dann noch die Aussicht auf das Tal und Grünburg…

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Nun war der Ausflug für uns auch schon wieder ans Ende gelangt… Schade, ich hatte sehr viel erlebt und gesehen und wäre gerne noch etwas länger geblieben.

 

Trotz aller schönen Dinge, die ich erleben durfte, hatte der Tag noch etwas Trauriges…. Der Ballon, den ich geschenkt bekommen habe, wollte nicht mit mir nach Hause fahren.

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Informationen zur Steyrtalbahn und den Fahrplan der ÖGEG findet ihr unter:

http://www.steyrtalbahn.at bzw. http://www.oegeg.at

 

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